Lebenswichtiges und geheimnisvolles Spurenelement Selen

Bis vor ein paar Jahren bekam Selen wenig positive Aufmerksamkeit. Früher galt es als giftig, dann wurde festgestellt, dass Selen ein notwendiger Bestandteil zahlreicher Enzyme im menschlichen Körper ist. Plötzlich sollte die Selen Wirkung allerhand Krankheiten heilen können, von Rheuma über Herz-Kreislaufbeschwerden bis zu Krebs. Tatsache ist, dass Selen lebenswichtig ist und regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden muss.

Selen – Heimlicher Wächter der Gesundheit



      

Selen wirkt als Antioxidans und schützt die Körperzellen vor freien Radikalen. Das antioxidative Enzym Glutathionperoxidase benötigt die Unterstützung von Selen, um seine Funktion im Körper ausführen zu können. Eine gestörte Glutathionperoxidase kann die Entwicklung schwerwiegender Krankheiten wie Krebs zur Folge haben. Dementsprechend soll Selen in der Therapie und zur Vorbeugung von Krebs positive Effekte erzielen (Josef Beuth & Verena Drebing in “Selen gegen Krebs: Unterstützung in der Tumorprävention und -therapie”). Die Einnahme von Selen kann helfen, bestimmte Formen der Arthritis und Autoimmunerkrankungen wie das Hashimoto-Syndrom zu lindern. Selen wirkt nämlich entzündungshemmend und kann auch gegen Rheuma und andere Erkrankungen eingesetzt werden (Peter Mayr in “Gesunde Ernährung bei Rheuma: Entzündungshemmende Ernährung leichtgemacht*“). Dank seiner Fähigkeit, die Antikörperproduktion zu beeinflussen, unterstützt die Selen Wirkung das Immunsystem. Damit nicht genug, verfügt es über die Fähigkeit, Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber, Aluminium und Arsen zu binden und somit unschädlich zu machen. Weiterhin kontrolliert Selen die Produktion der Schilddrüsenhormone und deshalb indirekt die Funktionen der Schilddrüse. In den Schutz der Haut vor UV-Strahlung und lichtbedingter Hautalterung ist das Spurenelement ebenfalls involviert.

Soweit klingt das alles großartig. Dumm nur, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Selen Wirkung so lückenhaft sind. Der Schutzeffekt der Seleneinnahme gegen Krebs ist umstritten, die Effekte bei anderen Erkrankungen teilweise unklar und sogar mit problematischen Nebenwirkungen wie einem erhöhten Diabetesrisiko verknüpft.
Selen kann überdosiert werden und hat in einem solchen Fall toxische Wirkungen auf den Körper. Mögliche Symptome sind Kopfschmerzen, Haarausfall, Haut- und Magen-Darm-Probleme. Sowohl die Nerven als auch die Zähne können angegriffen werden. Bemerkenswerterweise riecht der Atem bei einer akuten Selenvergiftung nach Knoblauch. Ansonsten können sehr unterschiedliche Krankheitsbilder auftreten, je nachdem, welche Selenverbindung aufgenommen wurde und auf welchem Wege, ob oral, über die Haut oder durch Einatmen (www.onmeda.de).

Fazit: Selen ist ein essentielles Spurenelement für den menschlichen Körper, über das verhältnismäßig wenig gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Die zusätzliche Einnahme von Selen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist umstritten und sollte nur auf ärztliche Anordnung erfolgen.

Kaufempfehlung

Der Körper kann elementares Selen nur schlecht aufnehmen, dasselbe gilt für Selen-Metall-Verbindungen. Wer ein Selenpräparat einnehmen muss, sollte darauf achten, dass das Selen in einer gut verfügbaren Form vorliegt. Gut im Magen-Darm-Trakt resorbiert werden zum Beispiel Selen-Eiweiß-Verbindungen (Selenaminosäuren), Selenat und Selenit. Da man i. d. R. täglich maximal 200 Mikrogramm zu sich nehmen sollte, davon höchstens 30 Mikrogramm in Form eines Präparats (Tagesbedarf: unter 70 Mikrogramm), sollte das Selenpräparat niedrig dosiert sein. Ohne ärztliche Kontrolle ist die Einnahme von Selen grundsätzlich nicht zu empfehlen.

Selen Nahrungsergänzungsmittel


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