Biotin in der Schwangerschaft: mindestens 1/3 aller Frauen leidet an Biotin-Mangel

Biotin wird unter anderem als Vitamin H oder Vitamin B7 bezeichnet. Es handelt sich um ein wasserlösliches Vitamin des B-Komplexes. Der Bedarf an Biotin ist von unterschiedlichen Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter abhängig. Während der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Biotinbedarf entsprechend an. Ein Mangel an dem Vitamin kann zu unterschiedlichen Symptomen führen, diverse Krankheiten hervorrufen und insbesondere in der Schwangerschaft gefährlich werden. So wird der Mangel an Biotin in der Schwangerschaft unter anderem mit dem Auftreten des plötzlichen Kindstodes in Verbindung gebracht. Diverse Studien belegen darüber hinaus, dass durch einen Mangel verursachte Fehlbildungen möglich sind.

Schwangerschaft und Biotin – Mangel verhindern



      

Diverse Untersuchungen belegen, dass der Biotinspiegel während der Schwangerschaft deutlich zurückgeht. Bei sechs von 13 Frauen sank etwa die Ausscheidungsrate von Biotin während der Schwangerschaft, was darauf hindeutet, dass der Körper nicht genügend des Vitamins besitzt. Mehr als die Hälfte der 13 Schwangeren hat darüber hinaus ungewöhnlich viel 3-Hydroxyisovalerat ausgeschieden. Dies wiederum kennzeichnet eine deutlich verringerte Aktivität der biotinabhängigen Enzyme. Diese erhöhte Ausscheidungsrate konnte während einer anderen Studie, mithilfe von einer Biotinergänzung, deutlich reduziert werden. Es kann also ganz klar davon ausgegangen werden, dass ein Biotinmangel während der Schwangerschaft und Stillzeit häufig auftritt. Bislang gibt es jedoch noch keine eindeutigen Untersuchungen, die die Folgen und Symptome eines Biotinmangels für schwangere Frauen und deren Kinder beschreiben. Grund dafür ist, dass der menschliche Biotinmangel bislang nicht ausreichend gering war, um entsprechende Studien durchzuführen. Aus dem Bereich der Tierforschung kann jedoch abgeleitet werden, dass ein Mangel an Biotin in der Schwangerschaft zu unterschiedlichen Geburtsfehlern führt (Quelle: DGK = Deutsches grünes Kreuz für Gesundheit e.V.).

Laut aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass 1/3 aller schwangeren Frauen an einem marginalen Biotinmangel leidet. Hinweise darauf, dass ein entsprechender Mangel beim Menschen zu Fehlbildungen führt, sind vorhanden. Aufgrund dessen, dass ein Biotinmangel entsprechende Fehlbildungen verursachen kann, sollte ein Mangel dringend vermieden werden.

Biotinmangel und plötzlicher Kindstod

Bei verstorbenen Säuglingen wurde oftmals ein deutlich zu niedriger Biotinspiegel gemessen. Diesbezüglich wird der Biotinmangel häufig mit dem plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht. Bislang gibt es aber keine eindeutigen, handfesten Belege (Quelle: Ernährung in Prävention und Therapie*).

Biotinüberdosis unbedenklich während der Schwangerschaft

Der täglich empfohlene Bedarf an Biotin in der Schwangerschaft liegt laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei 30 bis 60 Mikrogramm. Eine toxische Wirkung, auch über diesen Bedarf hinaus, ist nicht zu erwarten (Quelle: Ernährungsberatung in der Schwangerschaft*).

Biotinsupplementierung nicht zwingend

Eine zusätzliche Supplementierung mit Biotin* ist während der Schwangerschaft nicht zwingend notwendig. Empfehlenswert ist eine vorherige Untersuchung des Biotinspiegels. Sollte dieser ernsthaft zu niedrig sein, empfehlen sich die Absprache mit dem behandelnden Arzt und eine entsprechende Einnahme individueller Präparate unter Beobachtung.

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